Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät | Salzburg

 

Am Rande der geschichtsträchtigen Altstadt von Salzburg, im Stadtteil Nonntal, entstand in den ver­gangenen Jahren die Kultur- und Gesell­schaftswissenschaftliche Fakultät (KGW) Universität Salzburg. Seit dem Wintersemester 2011 / 2012 bietet die größte Fakultät der Uni über 8.500 Studie­ren­­den aus zwölf Fachbereichen und über 30 Studien
zweigen behagliche und technisch anspruchs­voll ausgestattete Räume.

 

Technisches Konzept

Im Gebäude befinden sich eine Bibliothek, Hörsäle, Seminar­räume, ein Konferenzbereich und Büros. Dafür haben wir ein Energiekonzept erstellt, welches die Nutzung von Umweltenergie zum Heizen und Kühlen mittels Geothermie und Betonkernaktivierung beinhaltet. Die Lüftung der Büros erfolgt natürlich. Sonderbereiche werden teilklimatisiert.

 

Besonderheiten der technischen Gebäudeausstattung

Geothermie als Energieerzeuger

Einen großen Teil ihres Heizenergiebedarfs kann die Kultur- und Gesell­schaftswissenschaftliche Fakultät mithilfe einer Geothermieanlage decken. Über 56 Erdsonden, die rund 200m tief in die Erde reichen, wird Erdwärme gewonnen. Da die zirkulierende aufnehmende Trägerflüssig­keit (Wasser-Frostschutz-Gemisch) in den U-förmigen Kunststoff­sonden kühler als die Bodentemperatur selbst ist, kann sie die Erdwärmeenergie aufneh­men. In einer nachgeschalteten Wärmepumpe wird die enthaltene Wärme  über thermodynamische Prozesse erhöht bis sie schließlich an das Heiz- und Warmwassersystem weitergegeben wird.

Die Gebäudedecken aus Beton (ohne abgehängte Decken) werden über die Geothermieanlage aktiviert. Während die Wärmepumpenanlage die Erdwärme im Winter zum Heizen nutzt, wird das Gebäude im Sommer über freie Kühlung mittels Wärme­tauscher im Erdsondenkreislauf gekühlt. Um die großen Lasten vollbesetzter Veranstaltungen beispielsweise in den Hörsälen abführen zu können, wurden zusätzlich zur vollflächigen Betonkernaktivierung Kühlkonvektoren, Kühldecken oder Umluftkühlgeräte je nach Raumkonfiguration eingesetzt.

 

Lüftung für unterschiedliche Ansprüche

Der Großteil der Fakultät wird natürlich belüftet. Die Seminar- und Konferenz­räume sind entlang der Fassade angeordnet, was eine Fensterlüftung begünstigt. Finden in diesen Räumen Veranstal­tungen mit hoher Personenbelegung statt oder herrschen extreme Außentemperaturen, versorgen Teilklimaanlagen konzipiert zur Stoßlüftung diese Bereiche.

Weitere Ausnahmen bei der natürlichen Belüftung stellen die Hörsäle und die Bibliothek mit ihren beson­deren Anforderungen an die Raumluftqualität dar.

Zum Schutz des Inventars wurde die Bibliothek zur Konstanthaltung von Temperatur und Feuchte über die Lüftungsanlage vollklimatisiert. Die Verwaltungs- und Büroräume der Bibliothek wurden in die Lüftungsanlage der Bibliothek einge­bunden und erhielten zur besseren Einzelraumregelung zusätzlich Unterflurkonvektoren mit Heiz-/Kühlfunktion.

Die Hörsäle werden durch mehrere Teilklimaanlagen, welche unmittelbar unterhalb der Hörsäle angeordnet sind, be- und entlüftet. Die Möglichkeit der Fensterlüftung ist zusätzlich gegeben. An den großflächigen Fassadenflächen verhin­dern Heiz-/Kühlkonvektoren den Kaltluftabfall bzw. unterstützen im Sommer die Kühlung.

 

 

 Fotos: © Andrew Phelps / Storch Ehlers Architekten / WINTER Ingenieure

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