GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung I Kiel

 

Auf dem Kieler Seefischmarkt, am Ufer der Schwantine entsteht derzeit ein Erweiterungsneubau, der den Mitarbeitern des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung neuen Arbeitsraum bieten wird. Es erforscht mit über 750 Mitarbeitern unter Anderem die Rolle des Ozeans im Klimawandel, den menschlichen Einfluss auf marine Ökosysteme und von den Ozeanen ausgehende Naturge­fahren. Die Forschungsinfrastruktur umfasst außer verschiedenen Laboren (z. B. Isotopenlaboren)  vier eigene Forschungsschiffe und ein Forschungstauchboot sowie Unterwasserroboter.

Durch den Erweiterungsneubau werden die bisher getrennt untergebrachten Forschungsbereiche in einem gemeinsamen Gebäudekomplex zusammengeführt. Die Bibliotheken, zu der auch eine der größten meereswissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland gehört, sowie die Rechenzentren werden dann zu zentralen Einheiten.

Anfang April 2013 erhielten WINTER Ingenieure den Auftrag, für den zu 35 Prozent aus Laborfläche bestehenden Baukörper die mechanische Ausrüstung, Förder- und Schwachstromtechnik zu planen. Der Neubau ist auf den Einsatz regenerativer und alternativer Energien ausgelegt und soll im Silber-Standard nach BNB zertifiziert werden.

Das Gebäudetechnische Konzept sieht beispielsweise die Minimierung von Transmissionswärme­verlusten, Wärmerückgewinnung für die raumlufttechnische Anlagen und eine Kälteversorgung vor. Der Einsatz raumlufttechnischer Anlagen – teilweise mit Luftkonditionierung – ist für die Einhaltung konstanter Raumtemperaturen und Luftfeuchtigkeit unabdingbar. In die Südfassade sollen solare Energiesysteme integriert werden. Große Fassadenöffnungen und eine intelligente Steuerung der Sonnenschutz- und Lichtlenkungssysteme führen zu einer Einsparung von Heizwärme und zur Senkung des Kunstlichtbedarfs.

Sanitärtechnisch ist die Versorgung mit Ostseewasser und vollmarinem Wasser vorgesehen, das von einer Tankanlage über eine Pumpenanlage ins Gebäude befördert wird. Außerdem werden für den Laborbetrieb notwendige Gasarten bereitgestellt, die mit Druckluft über eine zentrale Druckluft­erzeugungsanlage in die einzelnen Ebenen eingebracht werden. Die Einbringung der Reinstgase dagegen soll dezentral erfolgen. Die Versorgung der Messräume der Spurenanalytik mit tiefge­kühltem Stickstoff und Argon erfolgt über außerhalb des Gebäudes aufgestellte Tanks.

Rendering: © Staab Architekten

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