Biomedizinisches Zentrum des Universitätsklinikums Bonn

 

Auf dem Gelände der Universitätskliniken Bonn Venusberg befindet sich seit Ende 2009 das neue biomedizinische Zentrum. Die bis dahin auf viele Standorte verteilten Laborflächen der medizinischen Forschungsinstitute und Kliniken konnten so unter einem Dach vereint werden. Als Mitglied einer Planungsgemeinschaft waren die WINTER Ingenieure mit der Planung der Technischen Gebäudeausstattung beauftragt.

 

Besonderheiten der Technischen Gebäudeausstattung

Das Gebäudekonzept beinhaltete die klare Trennung von Laboratorien und Bürobereichen in zwei  viergeschossige Bauteile. Die Zweiteilung hat einen einfachen Grund: Die Labore sind platzbedürftiger. Hier muss aufwändige Technik untergebracht werden – und das hauptsächlich unter der Decke. Daher sind die Labore 4 m hoch und damit 1 m höher als die Büroräume. Die Teilung der Gebäudeblöcke hält zudem die Bau- und Energiekosten niedrig. Zwischen beiden erstreckt sich eine luftig bepflanzte Halle mit Brücken und Treppen, einer Cafeteria und den Zugängen zu den als ovaler Gebäudeblock eingeschobenen Hörsälen.

Insgesamt entstanden 32 modular aufgebaute Standardlaboratorien und 2 Sonderlabore (Isotopen- und GMP-Labor), die jeweils aus einer Dreier-Raumeinheit bestehen  (2 x 20m² + 1 x 40m² = 80m²). Ein Labormodul ist in zwei Bereiche zoniert: Der zum Flur orientierte Laborbereich mit den Laborarbeitstischen, Geräten und Abzügen sowie der PC-Aufarbeitungs- und Dokumentationsbereich.

Die Laborräume wurden für gentechnische Arbeiten unter den Bedingungen der Schutzklasse S 2 mit angebundenem Isotopenlabor und einem GMP-Bereich ausgestattet. Es wurden komplette Medienver-und -entsorgungsanlagen ausgeführt. Die Medienerschließung erfolgt über 2 vertikale Ver-und Entsorgungsschächte. Die technische Ausstattung beinhaltete Gasversorgungseinrichtungen, die Flüssigstickstoffversorgung, eine zentrale Stickstoffversorgung, Abwasserbehandlungsanlagen für kontaminierten Abwässer aus dem Isotopenlaborbereich sowie Aktivkohle-Abluft-Filterungen der Isotopenabluft.

Die Isotopen- bzw. Radionuklidlaboratorien und funktionell bedingten Sonderräumen nach DIN 25425, in denen mit verschiedenen radioaktiven Substanzen in offener Form umgegangen wird, wurden mit Augen- und Notduschen, Punkt- und Quellabsaugungen, Isotopenabzug mit separatem, nebenstehenden  Filterschrank sowie Schleusen mit Kontaminationsmesseinrichtungen ausgestattet.

 

Gezielte Luftstromlenkung mit Unterdruckhaltung

Zur Aufrechterhaltung eines gerichteten Luftvolumenstroms wurde eine gestaffelte Unterdruckhaltung vorgesehen. Die einzelnen Druckstufen sind mit 10 bis 30 Pa angesetzt. Zur Überwachung der Lüftungsfunktion und des Unterdrucks wurden akustische und optische Melder in den Räumen angebracht.

 

Fotos: © Medistructura GmbH

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